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Ratgeber Magersucht

Informationen für Betroffene und Angehörige

Die Magersucht

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Magersucht (Anorexia nervosa)“?

Die Magersucht gehört wie die Adipositas (Esssucht) und die Bulimie (Ess-Brechsucht) zu den Essstörungen. Während Menschen mit Adipositas unkontrolliert z. T. hochkalorische Nahrung in großen Mengen aufnehmen und dadurch gegenüber „Normalessern“ ein ungewöhnlich hohes Gewicht erreichen, kontrollieren Bulimiker ihr Gewicht dadurch, dass sie nach Ess-Attacken die aufgenommene Nahrung rasch wieder erbrechen. Magersüchtige hingegen sind auf eine streng kontrollierte, möglichst geringe Nahrungsaufnahme fixiert und erreichen so ein von ihnen als erstrebenswert empfundenes, z. T. extremes Untergewicht. Magersucht und die Bulimie können auch in Kombination auftreten.

Der aus dem Lateinischen abstammende Begriff „Anorexia“ ist zu übersetzen mit „Appetitlosigkeit“ und ist daher irreführend. Magersüchtige leiden nicht unter einem Mangel an Appetit, sondern unter dem Zwang, diesen zu „besiegen“ bzw. zu verleugnen, um ein möglichst geringes Gewicht zu erreichen. Magersüchtige leben in der ständigen Befürchtung zuzunehmen. Im Rahmen z. T. sehr außergewöhnlicher Rituale bzw. einer z. T. kompletten Verweigerung kontrollieren Magersüchtige Ihr Essverhalten und somit ihr Gewicht. Dabei entwickeln sie häufig viel Fantasie, wenn es darum geht, das besorgte soziale Umfeld, das zur Nahrungsaufnahme drängt, „auszutricksen“.

Als Risikogruppe für Magersucht gelten Mädchen der Mittel- und Oberschicht in einem Alter von ca. 15-25 Jahren. Magersucht betrifft in dieser Altersgruppe ca. 1 % der Heranwachsenden. Männliche Magersüchtige machen mit ca. 5 % der Erkrankten nur einen geringen Teil der Betroffenen aus. Im Allgemeinen zeichnen sich Magersüchtige durch eine hohe Intelligenz aus.

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